KönigspythonpsychologieKönigspythonpsychologie


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Abgeschickt von Marcus am 08 August, 2005 um 20:07:06:

Königspythonpsychologie

Der Königspython wird immer wieder als robuste Anfängerschlange bezeichnet. Diese Behauptung ist jedoch absolut falsch. Bei Python regius handelt es sich vielmehr um eine der sensibelsten Riesenschlangenarten. Er zeigt sich äußerst stressanfällig. Die übliche Antwort auf zu viel Stress ist die Nahrungsverweigerung. Dies betrifft ganz besonders adulte Wildfänge, die oft monatelang jegliches Futter ablehnen.
Zwar kann dies in einigen Fällen auch auf eine Nahrungsspezialisierung auf Nager der Gattung Gerbillus (Rennmäuse) als Beute zurückzuführen sein, aber meistens liegt die Futterverweigerung am Stress durch Fang, Hälterung beim Zwischenhändler in Afrika, Transport nach Europa und erneute Hälterung beim Zoohändler.
Aber Stressanfälligkeit zeigt sich auch bei eingewöhnten Wildfängen und Nachzuchten. Ein unruhiger Standort des Terrariums, zu viele Terrarienbewohner oder zu häufiges Herausnehmen aus dem Terrarium stellen Stressfaktoren für die Königspythons dar und können zur Nahrungsverweigerung führen. Aus diesem Grunde sollte man einen nicht allzu belebten Platz in der Wohnung für das Königspythonterrarium wählen, die Anzahl der Schlangen den Maßen des Terrariums entsprechend begrenzen und maximal ein- bis zweimal pro Woche die Pythons aus demTerrarium herausnehmen. Auch wehrhafte Futtertiere können zu Stress führen. Wird ein Königspython von einem Beutetier gebissen, kann er eine regelrechte Angst gegenüber dieser Futtertierart entwickeln oder sogar komplett die Nahrung verweigern.
Solchen Schlangen sollte man viel Ruhe gönnen und erst einmal kleinere und weniger wehrhafte Futtertiere anbieten, z. B. Mäuse anstelle von Ratten oder Wüstenrennmäusen. Nimmt man jedoch Rücksicht auf das sensible Wesen des Königspythons, bietet ihm eine ruhige Umgebung und beschränkt das Handling auf ein angemessenes Maß, so zeigt sich Python regius als interessanter und gut haltbarer Pflegling im Terrarium.
Ein weiterer Punkt der Königspythonpsychologie ist die Individualität der einzelnen Exemplare, die unter allen Riesenschlangen bei Python regius vergleichsweise stark ausgeprägt ist. Die individuellen Unterschiede zeigen sich beim Beuteerwerb (mutige Jäger bis zu vorsichtigen oder gar ängstlichen Exemplaren), beim Verhalten dem Menschen gegenüber (scheu bis zutraulich, rein defensiv bis hin zu bissig) und in der Stressempfindlichkeit (von sehr empfindlich bis äußerst robust). Jeder Königspython ist also eine kleine Persönlichkeit. Daher ist es für den Pfleger notwendig, bei der Haltung seiner Tiere auf diese individuellen Unterschiede Rücksicht zu nehmen, um jahrelang Freude an gesunden und möglichst wenig gestressten Königspython zu haben.


Bezugsquelle : PYTHON REGIUS
Der Königspython

von Thomas Kölpin


mfg.

Marcus




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